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Wenn Gemüse zu Spaghetti wird

Ernährungsprojekt der Jübarer Grundschule erhält 3000 Euro Förderung / Jeden Mittwoch Kochstunde mit Profi

Seit Schuljahresbeginn lernen die Jübarer Grundschüler im Rahmen ihres Projekts „Gesund und fit“ mehr über gesunde Ernährung. Jeden Mittwoch wird gemeinsam gekocht. Dafür gab es jetzt eine Förderung über 3000 Euro.

Von Walter Mogk

Jeden Mittwoch herrscht in der gut ausgestatteten Küche der Jübarer Grundschule Hochbetrieb. Eine Stunde lang lassen sich die Mädchen und Jungen von Rohrbergs Chefkoch Christian Krüger zeigen, wie aus gesunden Zutaten leckeres Essen zubereitet wird. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht und hinterher dürfen alle Schüler die Speisen verkosten.

Die Aktion ist Teil des Projekts „Gesund und fit – da ess ich mit! Lecker und gesund – sollte in jeden Mund“, das im September in der Grundschule gestartet wurde. „Wir hatten zunächst Ernährungsberaterin Iris Herting zu Gast, die uns Tipps zur gesunden Ernährung gegeben hat“, berichtete Schulleiterin Adina Borchert. Zwei weitere Vorträge, auch für die Eltern, sollen folgen. Dabei gehe es auch um die von zu Hause mitgebrachte Pausenverpflegung, die immer wichtiger werde, weil angesichts gestiegener Preise einige Eltern ihre Kinder vom Mittagessen abgemeldet haben.

In der Kochstunde mit Christian Krüger, die die Koch-Arbeitsgemeinschaft ergänzt, werden den Kindern Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Zubereitung gesunden Essens vermittelt. So zeigte der Rohrberger schon, wie man Spaghetti statt aus Nudelteig aus Gemüse herstellen kann. Oder dass man Kohlrabis panieren kann, so dass sie wie Fischstäbchen aussehen.

90 Prozent der Kinder machen mit

Aus selbst geernteten Kartoffeln, die im Schulgarten angebaut werden, fertigten die Kinder Kartoffelbrei und auch Kürbissuppe und -marmelade standen schon auf dem Speiseplan. Dazu kommt Rohkost, den die Grundschüler neu für sich entdeckt haben. „Wir haben erfahren, dass dieser besser vor dem Mittagessen zu sich genommen werden sollte. Deshalb wollen wir künftig Rohkostteller mit Gurken, Paprika oder Möhren im Speiseraum auf die Tische stellen“, kündigte Adina Borchert an.

90 Prozent der Kinder würden an dem Projekt teilnehmen und mit Begeisterung dabei sein. „Vielleicht stehen sie später dann selbst in der Küche und bereiten ihr Essen zu, als es einfach nur in der Mikrowelle zu erhitzen“, hofft die Schulleiterin auf einen nachhaltigen Effekt. Das Projekt stelle zwar die gesunde Ernährung in den Mittelpunkt, bringe aber vielseitigen Nutzen. „Während das Anbauen von Kräutern und Gemüse im eigenen Garten das Gefühl für einen ausgewogenen Lebensstil schärft, fördern gemeinsame Mahlzeiten das soziale Miteinander. Dabei entwickeln die Kinder zahlreiche Alltagskompetenzen“, weiß Borchert.

Unterstützt wird das Vorhaben, das zunächst bis Februar läuft, von der Krankenkasse IKK gesund plus. Dort hatte sich die Grundschule um eine Förderung beim Wettbewerb „Muntere Ideen gesucht“ beworben und prompt 3000 Euro ergattert. „Die werden jedes Quartal an drei Projekte vergeben, damit gute Ideen auch Rückenwind für die Umsetzung bekommen“, erläuterte Anke Sommermeier. Die Präventionsbeauftragte für Sachsen-Anhalt war zusammen mit der Geschäftsbereichsleiterin Nord, Nadine Ballenthin, und Kundenberater Christian Meeves nach Jübar angereist, um das Geld zu übergeben und sich von dem Engagement an der Schule zu überzeugen.

Das Konzept habe die Jury überzeugt. „Weil davon nicht nur die Kinder, sondern auch Lehrer und Eltern profitieren“, meinte Sommermeier. Auch der Hort, der mit der Grundschule eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen hat, unterstützt das Projekt nach Kräften. „Die Kinder sind ganz stolz auf das, was sie eigenhändig zubereitet haben, und ohne dass sie es merken, lernen sie dabei etwas fürs Leben“, hieß es bei der Übergabe der Fördersumme. Die 3000 Euro sollen dazu beitragen, das Projekt zu verstetigen, so dass es auch über den Februar hinaus weitergeführt werden kann.