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Waschen, schneiden, pressen und Prost!

Jübarer Hortkinder stellen bei Herbstprojekt ihren eigenen Apfelsaft her / Mehr als eine Tonne Früchte gesammelt

Vom Apfel am Baum bis zum fertigen Apfelsaft ist es ein mühsamer Weg. Diese Erfahrung machten die Jübarer Hortkinder im Rahmen ihres Herbstprojektes. Doch gemeinsam meisterten sie die Aufgabe schließlich.

Walter Mogk

Das Ziel hatten die Mädchen und Jungen des Hortes der Regenbogenkinder Jübar klar vor Augen, als sie ihre Ernteaktion auf zwei Streuobstwiesen in der Umgebung starteten: „Wir wollen unseren eigenen Apfelsaft herstellen“. Und dazu mussten die Früchte erst einmal vom Baum. Auf der Wiese am Nettgauer Holzwerkstoffzentrum von Sonae Arauco (ehemals Glunz), wo jede Menge Apfelbäume stehen, sammelten sie 476 Kilogramm ein, von einer Streuobstwiese bei Drebenstedt kamen noch einmal 591 Kilogramm zusammen. Zusätzlich brachten die Kinder noch Früchte von zu Hause mit, so dass am Ende weit über eine Tonne Äpfel auf die Verarbeitung warteten.

Während bei der Apfelernte vor allem die Gemeinde Jübar hilfreich zur Seite stand, indem sie den Transport von Kindern und Früchten übernahm, bekam der Ort bei der Saftherstellung Unterstützung von der Diesdorfer Mosterei. Diese stellte eine Handpresse und einen Mitarbeiter zur Verfügung, der den Hortkindern die einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Saft zeigte.

„Natürlich hätte man auch eine Maschine nehmen können, aber wir haben uns bewusst für Handarbeit entschieden, um den Prozess erlebbarer zu gestalten“, hieß es. Schließlich könne so der Weg vom Apfel zum Saft besser nachverfolgt werden. Dass am Vormittag des Safttages dann auch noch der Strom ausfiel, entzog den Verfechtern der bequemeren Lösung dann auch die letzten Argumente.

Drachensteigen, Werken und Alpaka-Besuch

An drei Stationen wurde an der „Apfelsaftstraße“ gearbeitet. Die einen wuschen die Äpfel, die anderen zerteilten sie in kleine Stücke und entfernten alles, was nicht im Saft landen soll. Beim Obstschneiden kamen den Hortkindern ihre Erfahrungen aus dem Kochkurs der Schule zugute. Schließlich wurde die Saftpresse mit ihrer Zentrifuge in Stellung gebracht. Schüssel für Schüssel mit Apfelstücken landete im Bottich und wurde dort mit dem per Kurbel bedienbaren Schneidwerkzeug zerkleinert.

Mit einer Art Schraubstock erfolgte der eigentliche Pressvorgang. Auch diesen entscheidenden Arbeitsschritt, der schon einiges an Kraft abverlangte, übernahmen die Hortkinder selbst. Als dann der erste Apfelsaft aus dem kleinen Hahn in die aufgestellte Kanne floss, war der Jubel groß. Natürlich wurde das Getränk gleich verkostet. „Lecker“, war die einhellige Meinung. Was nicht für den Saft gebraucht wurde, verarbeiteten die Hortkinder zu Apfelgelee.

Das Apfelsaftpressen ist nur eines von vielen Projekten, die die Jübarer Regenbogenkinder in den Herbstferien in Angriff genommen haben. Passend zum Thema Herbst ließen sie auch Drachen steigen und bastelten mit Naturmaterial. Und beim Kochtag am morgigen Mittwoch geht es noch einmal um Äpfel. Dann soll eigenes Apfelmus hergestellt werden.

Aber auch eine Herbstwanderung, Yoga, Skateboardfahren, das Gestalten von Apfeldrucken und Musik mit dem Cajón (eine Art Kistentrommel) standen schon auf dem Ferienplan. Heute wird es sportlich, wenn Mitarbeiter der Krankenkasse AOK mit ihrem Gesundheitsprojekt „Bewegter Hort“ vorbeikommen. Am Donnerstag stehen Handarbeiten und Werken auf der Agenda und als krönender Abschluss am Freitag ein Besuch bei den Alpakas.