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Ein Baumtor überspannt die Straße

Auf der Suche nach dem Grund für die Naturbesonderheit zwischen Stappenbeck und Pretzier

Wer auf der Landstraße zwischen Stappenbeck und Pretzier unterwegs ist, hat sich bestimmt schon über zwei Bäume gewundert, die ein markantes Baumtor bilden und zudem in Größe und Aussehen von der üblichen Bepflanzung mit Birnbäumen abweichen. Kommt man zur Blütezeit vorbei, lassen sich die Gehölze leicht als rotblütige Rosskastanien (Aesculux x carnea) einordnen.

Nun kann man es damit bewenden lassen. Oder man fragt sich, warum gerade hier zwei so auffällige und auch recht seltene Bäume gepflanzt wurden. Da früher mitunter Gehölze zur Markierung der Gemeindegrenzen verwendet worden sind, liegt der Gedanke nahe, dass hier so verfahren wurde. Aber ein Blick auf eine topografische Karte im Maßstab 1:10 000 oder 1:25 000 verrät, dass die Gemarkungsgrenze weiter nordöstlich, etwa 300 Meter vor der Alten Heerstraße, verläuft.

Kein Hinweis auf Gemarkungsgrenze

Nun ist den Karten noch eine weitere Besonderheit zu entnehmen, nämlich ein Trigonometrischer Bodenpunkt mit der Höhenangabe 35,0 Meter über Normal Null. Einen solchen Messpunkt mit besonderen Gehölzen zu kennzeichnen, ergäbe einen Sinn.

Seltenheit
bereits geschädigt

Aber auch dieser Deutungsversuch weist zwischen Karte und Realität erhebliche Diskrepanzen auf. Denn der Messpunkt befindet sich laut Karte etwa 200 Meter, das Baumtor jedoch etwa 600 Meter nordöstlich der Klauskirche.

Es dürfte somit noch andere Gründe für die Pflanzaktion gegeben haben. Vielleicht hat ein Landwirt so seine Besitzgrenzen markiert, oder, oder? Des Rätsels Lösung zu erfahren, wäre durchaus von Interesse. Vielleicht weiß ein Leser der Volksstimme mehr darüber und kann helfen, diese Wissenslücke zu schließen? Er kann sich gern melden.

Das markante Baumtor ist aus kulturhistorischer Sicht, zumal es im Kreisgebiet eine Seltenheit ist, als wertvoll anzusehen. Deshalb sollten die Bäume so lange wie möglich erhalten bleiben. Leider sind durch die Herstellung des Lichtraumprofils vor einigen Jahren massive Schäden entstanden. Durch das Entfernen von straßenseitigen Teilen der Krone sind bereits brüchige Stellen an Ästen und Stamm zu entdecken..